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Wenn ein Buch so erfolgreich
und beliebt ist wie Harry Potter und der Stein
der Weisen, dann ist es für die Verfilmung
natürlich unglaublich schwierig, auch noch
den letzten der Millionen von Harry-Potter-Fans
zufrieden zu stellen, die J. K. Rowlings Roman
verschlungen haben. Aber die Filmemacher haben
es im Verbund mit der Autorin dennoch versucht,
und es ist ihnen gelungen, einen der verschwenderischsten,
schönsten und magischsten filmischen Hochgenüsse
der letzten Jahre auf die Leinwand zu bringen.
Eine Leidenschaft für Fantasy-Kino erfüllt
längst nicht mehr nur Kinder und Jugendliche.
Das einstige Kinderfilm-Publikum ist herangewachsen
und hat sich in die Millionen von Erwachsenen
verwandelt, die über Harry Potter und seine
Abenteuer an den Träumen und Fantasien
ihrer Kindheit festhalten. Aber eine Frage bleibt
natürlich auf allen Lippen: "Inwieweit
kann der Film dem Buch gerecht werden?" Und
die Antwort kann nur lauten: Chris Columbus
hat alle seine Trümpfe richtig ausgespielt
und bewiesen, dass es durchaus möglich
ist, einen Film zu drehen, der seiner Romanvorlage
in kaum etwas nachsteht. Allerdings sollte man
trotz allem bedenken, dass der Film eine Lesart
dieses im Gedächtnis bleibenden Romans
auf die Leinwand bringt -- und diese Lesart
kann nicht derjenigen jedes einzelnen Fans entsprechen.
Vielleicht haben Sie sich beim Lesen Fluffy
etwas niedlicher und pelziger vorgestellt, vielleicht
erschien Ihnen Hagrid, den der eigentlich immer
grandiose Robbie Coltrane wunderbar verkörpert,
noch mehr wie ein Riese -- aber von solchen
Kleinigkeiten und Details einmal abgesehen,
hat der Drehbuchautor Steven Kloves mit der
Hilfe von J. K. Rowling die Abenteuer von Harry
Potter kongenial in einen ungeheuer kraftvollen
und aufregenden Film übertragen. Allerdings
muss auch Harry Potter und der Stein der Weisen
mit einem Handikap zurechtkommen, das eigentlich
alle Filme haben, die ganz neue, relativ unerfahrene
Kinderdarsteller zu ihren Stars machen. Fast
immer sind in solchen Fällen die Kinder
etwas damit überfordert, dass sie den ganzen
Film auf ihren Schultern tragen müssen.
Da sie nur wenig Zeit hatten, ihre schauspielerischen
Fähigkeiten so weit auszubauen, dass sie
den Anforderungen so komplexer und fordernder
Rollen gerecht werden, wirkt ihr Spiel meist
etwas hölzern und forciert. Das spürt
man auch hier. Nichtsdestotrotz sind Daniel
Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint, die
drei jungen Stars des Films, äußerst
sympathisch; und es macht einfach Spaß
ihnen zuzusehen. Außerdem zeigen sie alle
ein großartiges Potenzial und werden im
Lauf der Jahre, mit den regelmäßigen
Fortsetzungen der Abenteuer Harry Potters, ganz
sicher weiter in ihre Rollen hineinwachsen.
Die einzige größere Enttäuschung
dieser Verfilmung liegt darin, dass Steve Kloves
und Chris Columbus auf einen großen Teil
der Gespensterszenen des Romans verzichtet haben
-- und das, obwohl gerade die erste Szene mit
John Cleese als fast-kopflosem Nick einige wirklich
große komödiantische Momente verspricht.
Aber man kann durchaus hoffen, dass die Gespenster
von Hogwarts in weiteren Filmen voll und ganz
zu ihrem Recht kommen werden. Es gibt natürlich
einige Momente in der Geschichte, die kleineren
Kindern Angst machen können, wie beispielsweise
der Auftritt des bösen Zauberers Voldemort.
Doch auch diese Szene ist wahrscheinlich längst
nicht so verstörend und Furcht einflößend,
wie sie sich die wahren Harry-Potter-Fans in
ihrer Fantasie ausgemalt haben. Alles in allem
ist Harry Potter und der Stein der Weisen aber
ein filmisches Fest für die ganze Familie,
das man sich nicht entgehen lassen sollte
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