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Was Winnetou
für die 1960er-Jahre war, verkörperte
Captain Future für die 1980er-Jahre: Er war
der Held der Jugend! Als noch kaum jemand einen
Videorekorder besaß, wurde jede der seltenen
Wiederholungen gebührend gefeiert, so dass
der Weltraumheld und seine Crew alsbald zum absoluten
Kult wurden. Die deutsche Erstausstrahlung der
japanischen Zeichentrickserie von 1978/79 eroberte
1980 die Fernsehbildschirme.
Futures Raumschiff, die Comet, war mindestens
genauso beliebt wie Han Solos Millenium Falcon.
Ursprünglich war Captain Future eine amerikanische
Heftroman-Serie aus den 40er- und 50er-Jahren,
deren Autor bis auf drei Geschichten Edmond Hamilton
ist. In Deutschland erschienen Futures Abenteuer
im Taschenbuchformat. In Frankreich eroberte der
futuristische Superheld sein Publikum als Capitaine
Flam, in Italien kennt man ihn als Captain Futuro.
Als er noch ein Kind ist, werden Captain Futures
Eltern, die berühmten Wissenschaftler Elaine
und Roger Newton, ermordet. Der junge Curtis beschließt,
sein Leben fortan dem Kampf für Frieden und
Gerechtigkeit zu widmen. Ihm zur Seite stehen
der Roboter Grag, der über ungeheure Kräfte
verfügt, der Android Otto, der seine Gestalt
wechseln kann, und das lebende Gehirn, Professor
Simon. Unerlässlich sind außerdem Ezella
Garnie, der Kommandant der Weltraumpolizei, und
Joan Landor, die attraktive Geheimagentin der
Planetenpolizei, die in Future verliebt ist, und
natürlich Futures Raumschiff, die Comet.
In ihrem ersten Abenteuer kämpfen Future
und seine Crew gegen den "Herrscher von Megara".
Future vermutet, dass dieser hinter der furchtbaren
Seuche steckt, die auf dem Planeten Megara Menschen
in Affen zurückverwandelt.
Ein furioser Serienauftakt, hinter dem sich die
folgenden Mehrteiler nicht verstecken müssen.
Im Original sind die einzelnen Folgen 30 Minuten
lang. Für die deutsche Fassung wurde ein
Mehrteiler jedoch auf 75 Minuten gekürzt
und sendegerecht in drei Teile zerlegt. Nur "Das
Geheimnis der sieben Steine", in dem der geniale,
aber verbrecherische Wissenschaftler Vul Kuolun
Futures Gegenspieler ist, hat auch in der deutschen
Fassung die Originallänge und hat daher vier
Teile. Vul Kuolun taucht bereits in "Der Zauberer
vom Mars" auf, in dem er mit anderen Verbrechern
aus dem Gefängnis auf Kelvis ausgebrochen
ist. Ebenfalls um Verbrecher geht es in "Mitgefangen
im Weltall", in dem Häftlinge ihr Transportraumschiff
kapern und auf einem Planeten abstürzen,
der nur noch zwei Monate existieren wird. In "Die
Zeitmaschine" reist die Comet 50 Millionen Jahre
in die Vergangenheit, um den Planeten Katain zu
retten. In "Der Kampf um die Gravium-Mine" ist
Captain Future in der Gewalt des Erpressers Wrecker,
der das für die Raumfahrt wichtige Metall
Gravium kontrollieren will. Im Gegensatz zu den
meisten Fernsehausstrahlungen hält die DVD
die richtige Sendereihenfolge der Episoden ein.
Leider war der technische Aufwand wohl zu groß,
um das gekürzte Material wieder einzufügen,
so dass die Episoden in der deutschen Fernsehfassung
vorliegen. Davon einmal abgesehen sind Futures
Abenteuer Science Fiction vom Feinsten: Sie bieten
nicht nur jede Menge Action und Spannung, sondern
warten auch mit interessanten Geschichten auf.
Die Serie lebt aber vor allem auch von ihren Figuren.
Future ist der klassische Held, Grag und Otto
sind die ewig streitenden Sidekicks, Professor
Simon ist der lebende Computer und die arme Joan
darf meist die bezaubernde Jungfrau in Nöten
geben. Grag und Otto werden übrigens von
Friedrich G. Beckhaus und Wolfgang Völz gesprochen,
die bereits gemeinsam in Raumpatrouille Orion
vor der Kamera standen. Ein herrlicher Filmgenuss
-- nicht nur für Fans der Serie, die auch
heute noch überzeugt und definitiv eine der
besten Zeichentrickserien aller Zeiten ist. Ein
unvergessliches Highlight der deutschen Version
ist natürlich auch die Musik von Christian
Bruhn, der u. a. auch für die musikalische
Untermalung von Serien-Hits wie Heidi oder Timm
Thaler verantwortlich zeichnet. In Phil Fuldners
Version "The Final" war Bruhns Musik 1998 noch
einmal ein Chartserfolg.
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